• Schrift vergrößern
  • Schrift vergrößern
  • Standard wiederherstellen
  • Schrift verkleinern
  • Schrift verkleinern

Ein Bus der alle bewegt

Ein Bus, der alle bewegt

Bedburg-Hau, 10.02.2010, Andreas Gebbink

Bedburg-Hau. Die CDU Bedburg-Hau möchte, dass Schulkinder häufiger zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen, anstatt den Schulbus

Mehr Bewegung, mehr Freude auf dem Schulweg, man tut etwas Gutes für die Umwelt - und die Gemeinde spart auch noch Geld. Für Silke Gorißen, Fraktionsvorsitzende der CDU in Bedburg-Hau, sind das gute Gründe, über die Einführung des Konzeptes „Walking-Bus" nachzudenken. Das Konzept sieht vor, dass Grundschulkinder nach Möglichkeit nicht mehr mit dem Bus zur Schule fahren, sondern sich in Gruppen zusammenschließen und zu Fuß den Weg zur Grundschule antreten. Eine simple Idee, die gut für alle Beteiligten sei: „Die Teilnehmer eines Walking-Bus bewegen sich an der frischen Luft, werden sich wacher fühlen und leistungsfähiger in der Schule sein", so Gorißen.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende sieht heute viele Kinder, die mit dem Auto oder dem Schulbus zur Schule gebracht werden, auch wenn diese nur 300 Meter von zu Hause entfernt liegt. Gorißen wirbt daher dafür, dass die Kinder sich mehr bewegen und schon früh erlernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Für den Walking-Bus schließen sich Kinder in Kleingruppen zusammen und machen sich gemeinsam auf den Weg, in Begleitung eines Erwachsenen. „Das Projekt steht und fällt mit dem ehrenamtlichen Engagement", sagt Gorißen und denkt dabei an engagierte Senioren, die Freude an dieser Aufgabe haben könnten.

Neben dem Projekt für Grundschüler möchte die CDU in Bedburg-Hau auch den älteren Schülern Anreize schaffen, um nicht mit dem Bus zu fahren, sondern lieber das Fahrrad zu nehmen. Silke Gorißen denkt dabei an ein Taschengeld, welches man den Schülern auszahlen könnte. Dies käme aber erst bei einer Umstellung des bisherigen Beförderungskonzeptes in Betracht. Die Politikerin hält auch hier den Gesundheitsaspekt für entscheidend. Zudem könne Bedburg-Hau die Kosten für den Schulbus senken.

Schulleiterin ist nicht begeistert

Inge Buntenbroich, Leiterin der Grundschule St. Antonius in Hau, ist von den Plänen nicht begeistert. Im Gegenteil: Zum einen sei das Projekt nicht nötig und zum anderen würde es jede Menge Organisationsaufwand bedeuten. „An meiner Schule gibt es 40 Busfahrer, 97 Kinder kommen mit dem Rad, 15 Schüler gehen zu Fuß und 30 Kinder werden mit dem Auto gebracht. Im Grunde haben die Eltern so ein Konzept selbst organisiert." Die 40 Kinder, die mit dem Bus zur Schule kommen, seien auf diesen angewiesen.

Die Schulleiterin gibt zu bedenken, dass der Walking-Bus ein „wahnsinniger Aufwand" bedeute. So müsste man für die einzelnen Gruppen Pläne schreiben. Wann geht wer mit wem zur Schule? „Und was ist, wenn Felix krank ist? Dann muss er sich bei der Schule abmelden und auch noch bei den erwachsenen Begleitern." Barbara Schmidt-Neubauer, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule St. Markus Bedburg-Hau, sieht die Aktion Walking-Bus positiv. Aber auch sie betont, dass man die organisatorische Arbeit nicht allein leisten könne.

Silke Gorißen kennt die Bedenken, möchte aber trotzdem das Projekt anschieben: „Man muss erst einmal informieren, damit man sehen kann, ob das Konzept Interesse findet."

Das Projekt wird am 9. März im Ausschuss besprochen.

HINTERGRUND: Schüler haben einen Rechtsanspruch auf einen Bus. Grundschüler können diesen geltend machen, wenn sie zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. Für Schüler einer weiterführenden Schule liegt die Grenze bei 3,5 Kilometer. Die Gemeinde Bedburg-Hau gibt in diesem Jahr 252 000 Euro für den Schulbus aus. Darin enthalten ist der Verkehr zu den Grundschulen und der Hauptschule: 195 000 Euro. Die Transporte für den Offenen Ganztag kosten 22 000 Euro. Bedburg-Hau prüft das komplette System. Die Gemeinde prüft, ob man durch die Umstellung des Systems Geld sparen kann.

Quelle: Nrz, 10.02.2010, Andreas Gebbink

© CDU Bedburg-Hau 2017 Erstellt mit dem CDU-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND